Wieder einmal ein Beitrag der Form "Wir ziehen uns etwas aus dem Arsch, Hauptsache die Bundeswehr ist böse und es kommen Nazis und Ritterkreuzträger drin vor.": Unselige Traditionen – wie viel Wehrmacht steckt in der Bundeswehr?
Merkwürdig: Auf der Internet-Seite des Vereins stoßen wir unter der Rubrik Ehrungen auf eine ganze Liste von Ritterkreuzträgern der Wehrmacht.

Was ist daran merkwürdig? Pioniere gehören zum Militär und das Ritterkreuz ist eine militärische Auszeichnung.

Trotzdem ist Eberhard Heder, ehemaliger Hauptsturmführer, SS-Wiking, bis heute Mitglied im Bund deutscher Pioniere. Aber auch viele andere Ritterkreuzträger und SS-Leute waren und sind Mitglied in dem Verein und wurden schon geehrt.

Und denen wird was konkret vorgeworfen? Der genannte Heder zB. war von 1960-1976 selbst bei der Bundeswehr Offizier (zuletzt Oberst), wieso sollte er nicht im BDPi Mitglied sein?

So findet sich darin zum Beispiel der Erlebnisbericht von einem Panzervernichtungstrupp 1944, Zitat:
„Die Panzerfaust schussbereit lauern wir und verfolgen die Stahlkolosse…Gespannt sehen wir, wie ein Kamerad, die Panzerfaust in der Hand, und von Deckung zu Deckung springend, den Panzer ‚angeht’ wie ein Jäger das Wild …Eine riesige Stichflamme und der Koloß brennt lichterloh.“

Nach Redaktionswille müßte es lauten:
Unser "Krieg ist doff!"-Schild in der Hand lauern wir auf den Stahlkoloss... Gespannt sehen wir, wie ein Genosse, seine Friedenstaube in der Hand, und von Infostand zu Lichterkette springend, den Panzer "angeht" wie ein Greenpeace-Mitglied den Walfänger... Eine riesige Empörung macht sich im Panzer breit und der Koloss fährt wieder nach Hause.

Leute es geht ums Militär, nicht um Eure Zivitöpferkurse.

Doch bei der Truppe ist die Realität oft eine andere. Panzertruppenschule Munster. Auf dem Kasernengelände gibt es eigens einen Ehrenhain mit vielen Gedenksteinen für Wehrmachtsdivisionen. Dorthin pilgern Wehrmachtsveteranen – hofiert von der Bundeswehr.

Jetzt sind auch schon Gedenkveranstaltungen verabscheuungswürdig. Böse Nazitote und böser Nazivolksbund. Wer sich mal ein Bild von diesem Nazifaschistenauflauf machen will, allen voran Struck, darf hier nachsehen: Ehrenhain 2008

Laßt Euch von solch billiger Argumentation nicht verarschen. Klar gibt es den ein oder anderen Veteran, der seine Vergangenheit durch Schönfärberei aufarbeitet und auch in der Bundeswehr, als Querschnitt der Gesellschaft, wird man den ein oder anderen Rechten finden - wie leider überall. Übertragen auf ganze Gruppen, wie: Ritterkreuzträger, ehem. Waffen-SS-Mitglieder oder Wehrmachtsangehörige darf man das nicht. In meiner Zeit in Munster ist mir kein Rechter begegnet und auch den BDPi habe ich als sehr hilfreichen und in keinster Weise am Rechten Rand agierenden Verein kennengelernt.

Aktualisierung 08.05.2009: Es gibt einen zweiten Teil: Bundeswehr hofiert Ritterkreuzträger – Wehrmachtsveteran schreibt in „Wegweiser“ für Soldaten

Böser Ritterkreuzträger diesmal - Dietrich Witzel (Dietrich Kirn):
Witzel hatte sich freiwillig zu dieser Sondertruppe „Brandenburger“ gemeldet, und der Ritterkreuzträger ist bis heute stolz, dazu gehört zu haben. Von Kriegsverbrechen der Wehrmacht will er nichts wissen.


Was kommt als nächstes? Ritterkreuzträger infiltrieren Jurisdiktion (Walter Stimpel), Sportjournalismus (Herbert Zimmermann), Politik (Heye, Manteuffel, Mende, Wildermuth) und Botschaft Israels (Pauls)? Schmerz lass nach. In der Bundeswehr dienten über 700 Ritterkreuzträger und bauten sie mit auf, soll man das vergessen?
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