Aug 30: Geklittere zum Jahrestag
Ich versuche die Presseberichte zu historischen Jahrestagen ja immer weitgehend zu ignorieren, aber manchmal gelingt es nicht. Was man da alles ertragen muß:
Die Waffen-SS... im September '39... Man könnte darauf hinweisen, daß der Begriff selbst informell erst ab November benutzt wurde, aber die Schreiberlinge sind eh beratungsresistent.
(Tagblatt)
Dann jedes Jahr die Geschichten um die Westerplatte und das "vergessene" Wielun:
Wie immer von den Klitterern, wurde das Zitat unzulässig gekürzt (und auf eine andere Stadt, anderen Krieg, anderen Kontext umgemünzt). Vollständig (Tagebuch Richthofens vom 30.04.1937):
Weiterhin:
Schön, daß sich alle einig sind... bis auf den weltweit führenden Luftkriegshistoriker:
Wer solche Anschuldigungen erhebt, sollte außer "Unsinn" doch etwas mehr in der Hand haben.
(Tagesspiegel)
Aktualisierung 03.09.2009:
Googles Nachrichtenseite - "Überfall auf Polen": 478 Ergebnisse
Liebe Journalisten: das war kein militärischer Überfall. Auch nicht wenn man es jedes Jahr wiederholt.
Außerdem "Nazi-Luftwaffe" im Kurier, "Nazi-Wehrmacht" in JW und ND, "Terrorangriff" im Standard, "Terrorattacke" im Spiegel...
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Beginn eines langen Krieges: Ein Stoßtrupp der Waffen-SS besetzt im September 1939 das zerstörte Dorf Wielun in Polen.
Die Waffen-SS... im September '39... Man könnte darauf hinweisen, daß der Begriff selbst informell erst ab November benutzt wurde, aber die Schreiberlinge sind eh beratungsresistent.
(Tagblatt)
Dann jedes Jahr die Geschichten um die Westerplatte und das "vergessene" Wielun:
Olejnik hat ein Buch geschrieben, „Das polnische Guernica“. Guernica, jene Stadt im spanischen Baskenland, die 1937 von der Luftwaffe komplett zerstört wurde. Beide Bombardierungen, Guernica und Wielun, leitete Wolfram Freiherr von Richthofen. In seinem Tagebuch notierte er: „Stadt (…) buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht, Bombenlöcher auf Straßen noch zu sehen, einfach toll.“ Der Eintrag betrifft Guernica. Hätte aber auch Wielun meinen können: Fast 500 Bomben brachten am 1. September in wenigen Stunden 1200 Menschen ums Leben, acht Prozent der Bevölkerung der Stadt, und zerstörten 80 Prozent der Gebäude.
Wie immer von den Klitterern, wurde das Zitat unzulässig gekürzt (und auf eine andere Stadt, anderen Krieg, anderen Kontext umgemünzt). Vollständig (Tagebuch Richthofens vom 30.04.1937):
Guernica, Stadt von 5000 Einwohnern, buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht. Angriff erfolgte mit 250-kg- und Brandbomben, letztere etwa ein Drittel. Als die 1.Jus kamen, war überall schon Qualm (von VB, die mit 3 Flugzeugen angriffen), keiner konnte mehr Straßen-, Brücken- und Vorstadtziel erkennen und warf nun mitten hinein. Die 250er warfen eine Anzahl Häuser um und zerstörten die Wasserleitung. Die Brandbomben hatten nun Zeit sich zu entfalten und zu wirken. Die Bauart der Häuser: Ziegeldächer, Holzgalerie und Holzfachwerkhäuser, führte zur völligen Vernichtung. – Einwohner waren größtenteils eines Festes wegen außerhalb, Masse des Restes verließ die Stadt gleich zu Beginn. Ein kleiner Teil kam in getroffenen Unterständen um. – Bombenlöcher auf Straßen noch zu sehen, einfach toll. – Stadt war völlig gesperrt für mindestens 24 Stunden, es war die geschaffene Voraussetzung für einen großen Erfolg, wenn Truppen nur nachgerückt wären. So nur ein voller technischer Erfolg unserer 250er u. EC.B.1.
Weiterhin:
In den Rapporten der deutschen Flieger tauchen Einheiten der polnischen Kavallerie als Ziel auf. „Unsinn“, sagt Olejnik, darüber seien sich die Historiker aus Deutschland und Polen einig – „es waren keine Truppen in Wielun und Umgebung stationiert.“
Schön, daß sich alle einig sind... bis auf den weltweit führenden Luftkriegshistoriker:
Beim zweiten wollte man wissen, was die Eintragung im Halder-Tagebuch vom 17. August 1939: "Jagdeinsatz Rot in Gegend Wielun" bedeute. Meines Erachtens konnte die Unterstützung der Bodentruppen gemeint sein, zumal im gleichen Eintrag "voller Einsatz für Heer" ab dem folgenden Tag stand und für den 27., 29. und 30. August auf die Unterstützung des Heeres durch die Luftwaffe als Wichtigstes und auf die Verstärkung der Fliegertruppe zu diesem Zweck hingewiesen wurde. Obendrein vermerkte Halder ebenfalls schon am 30. August und noch einmal am 1. September in seinem Tagebuch, daß es keinen Terrorangriff auf Warschau geben sollte. Lediglich militärisch relevante Ziele sollten dort bombardiert werden. Aber auch das sagte der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, am 1. September ab, weil die vorgesehenen Industrieziele im Warschauer Vorort Praga in zu großer Nähe zu Wohngebieten lagen (Akte RL 2 II/51 im Bundesarchiv Militärarchiv).
[...]
Die Quellenbelege ergeben also, daß am Vorabend des Angriffs die genannten polnischen Verbände in bzw. bei Wielun festgestellt wurden, die es zur Unterstützung des vorrückenden deutschen Heeres auszuschalten galt. Sie ergeben ferner, daß die beiden Stuka-Angriffe auf Ziele in der Stadt am Morgen und Mittag des 1. September wegen Bodennebels fehlschlugen.
Wielun war also der deutschen Intention nach kein Terrorbombenangriff auf die polnische Zivilbevölkerung, wenngleich er von dieser verständlicherweise als solcher empfunden wurde, sondern ein taktischer Angriff im Frontgebiet.
Wer solche Anschuldigungen erhebt, sollte außer "Unsinn" doch etwas mehr in der Hand haben.
(Tagesspiegel)
Aktualisierung 03.09.2009:
Googles Nachrichtenseite - "Überfall auf Polen": 478 Ergebnisse
Liebe Journalisten: das war kein militärischer Überfall. Auch nicht wenn man es jedes Jahr wiederholt.
Außerdem "Nazi-Luftwaffe" im Kurier, "Nazi-Wehrmacht" in JW und ND, "Terrorangriff" im Standard, "Terrorattacke" im Spiegel...
Jun 27: Postzensur in der BRD
"In den Wolf hinein!"
Artikel: Foschepoth: Postzensur und Telefonüberwachung in der Bundesrepublik Deutschland (1949-1968)
Die Kontrolle – allein zwischen 1960 und 1967 wurden 42,1 Millionen Postsendungen an die Amerikaner ausgehändigt – erforderte einen großen Apparat. In der britischen Überwachungsstelle in Düsseldorf waren 90 Leute beschäftigt. Auch die deutschen Behörden waren angewiesen, mitzuwirken, ihr Wissen aber geheim zu halten. Nachweislich wurden in 19 Post- und Fernmeldeämtern von Bremen bis München alliierte Zensur- und Überwachungsstellen eingerichtet, deren Mietverträge erst 1968 endeten, als eine Grundgesetzänderung Post- und Telefonüberwachungen nach deutschem Recht legalisierte. Bis dahin hatten vor allem die Amerikaner Postkontrollen auf deutschem Boden weiter ausgeübt, wie Abrechnungen der Bundespost mit dem Hauptquartier der US Forces Frankfurt belegen.
Für Bundesjustizminster Dehler (FDP) war die Sache klar. Staatsgefährdende Briefe und Pakete mussten aus dem Verkehr gezogen und dem Staatsanwalt übergeben werden. Die Post habe sogar die Pflicht dazu, "sie steht über dem Postgeheimnis". Was aber sollte mit der Masse beschlagnahmter Postsendungen aus der DDR geschehen? Zurück an den Absender, wie es das Postgesetz vorsah? Ritter von Lex, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, hatte eine bessere Lösung: "In den Wolf hinein!"
Artikel: Foschepoth: Postzensur und Telefonüberwachung in der Bundesrepublik Deutschland (1949-1968)
Geschrieben von Frank
in Geschichte
Mai 14: Jamlitz und die Toten
Jahrelang gab es Berichte darüber, wie unkooperativ Hans-Jürgen H. sei:
Die letzten Opfer der SS (Spiegel)
Schwierige Aufklärung von Massenmord (Frontal 21)
Jamlitzer Garten auf Leichen angelegt (Lausitzer Rundschau)
Das unentdeckte Massengrab (Märkische Oderzeitung)
Verbotene Aufklärung der Vergangenheit (Mut gegen rechte Gewalt):
usw. usf..
Sogar vor Gericht haben sie ihn gezerrt und was bleibt? Ein lapidarer Hinweis in der Lokalpresse: Grabungen in Jamlitz nach drei Wochen ohne Ergebnis beendet.
Die letzten Opfer der SS (Spiegel)
Schwierige Aufklärung von Massenmord (Frontal 21)
Jamlitzer Garten auf Leichen angelegt (Lausitzer Rundschau)
Das unentdeckte Massengrab (Märkische Oderzeitung)
Verbotene Aufklärung der Vergangenheit (Mut gegen rechte Gewalt):
Ausgerechnet am 8. Mai, dem Jahrestag des Kriegsendes, hat das Landgericht Cottbus ein absonderliches Urteil gefällt. Es untersagt die Suche nach einem Massengrab auf einem ungenutzten Privatgrundstück. Der Hintergrund: In Jamlitz (Dahme-Spreewald) befand sich bis 1945 ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. Dort werden die Überreste von etwa 700 Juden vermutet, die im Februar 1945 ermordet wurden. [...] Laut Experten gibt es zahlreiche Hinweise, die für eine Entdeckung des letzten verborgenen Massengrabs der Nazis auf dem fraglichen Grundstück sprechen, das von seinem Besitzer, der im Süden Deutschlands lebt, kaum genutzt wird. Er weigert sich aber, Bodenuntersuchungen zuzulassen.
usw. usf..
Sogar vor Gericht haben sie ihn gezerrt und was bleibt? Ein lapidarer Hinweis in der Lokalpresse: Grabungen in Jamlitz nach drei Wochen ohne Ergebnis beendet.
Apr 9: Unselige Traditionen – wie viel Wehrmacht steckt in der Bundeswehr?
Wieder einmal ein Beitrag der Form "Wir ziehen uns etwas aus dem Arsch, Hauptsache die Bundeswehr ist böse und es kommen Nazis und Ritterkreuzträger drin vor.": Unselige Traditionen – wie viel Wehrmacht steckt in der Bundeswehr?
Was ist daran merkwürdig? Pioniere gehören zum Militär und das Ritterkreuz ist eine militärische Auszeichnung.
Und denen wird was konkret vorgeworfen? Der genannte Heder zB. war von 1960-1976 selbst bei der Bundeswehr Offizier (zuletzt Oberst), wieso sollte er nicht im BDPi Mitglied sein?
Nach Redaktionswille müßte es lauten:
Leute es geht ums Militär, nicht um Eure Zivitöpferkurse.
Jetzt sind auch schon Gedenkveranstaltungen verabscheuungswürdig. Böse Nazitote und böser Nazivolksbund. Wer sich mal ein Bild von diesem Nazifaschistenauflauf machen will, allen voran Struck, darf hier nachsehen: Ehrenhain 2008
Laßt Euch von solch billiger Argumentation nicht verarschen. Klar gibt es den ein oder anderen Veteran, der seine Vergangenheit durch Schönfärberei aufarbeitet und auch in der Bundeswehr, als Querschnitt der Gesellschaft, wird man den ein oder anderen Rechten finden - wie leider überall. Übertragen auf ganze Gruppen, wie: Ritterkreuzträger, ehem. Waffen-SS-Mitglieder oder Wehrmachtsangehörige darf man das nicht. In meiner Zeit in Munster ist mir kein Rechter begegnet und auch den BDPi habe ich als sehr hilfreichen und in keinster Weise am Rechten Rand agierenden Verein kennengelernt.
Aktualisierung 08.05.2009: Es gibt einen zweiten Teil: Bundeswehr hofiert Ritterkreuzträger – Wehrmachtsveteran schreibt in „Wegweiser“ für Soldaten
Böser Ritterkreuzträger diesmal - Dietrich Witzel (Dietrich Kirn):
Was kommt als nächstes? Ritterkreuzträger infiltrieren Jurisdiktion (Walter Stimpel), Sportjournalismus (Herbert Zimmermann), Politik (Heye, Manteuffel, Mende, Wildermuth) und Botschaft Israels (Pauls)? Schmerz lass nach. In der Bundeswehr dienten über 700 Ritterkreuzträger und bauten sie mit auf, soll man das vergessen?
Merkwürdig: Auf der Internet-Seite des Vereins stoßen wir unter der Rubrik Ehrungen auf eine ganze Liste von Ritterkreuzträgern der Wehrmacht.
Was ist daran merkwürdig? Pioniere gehören zum Militär und das Ritterkreuz ist eine militärische Auszeichnung.
Trotzdem ist Eberhard Heder, ehemaliger Hauptsturmführer, SS-Wiking, bis heute Mitglied im Bund deutscher Pioniere. Aber auch viele andere Ritterkreuzträger und SS-Leute waren und sind Mitglied in dem Verein und wurden schon geehrt.
Und denen wird was konkret vorgeworfen? Der genannte Heder zB. war von 1960-1976 selbst bei der Bundeswehr Offizier (zuletzt Oberst), wieso sollte er nicht im BDPi Mitglied sein?
So findet sich darin zum Beispiel der Erlebnisbericht von einem Panzervernichtungstrupp 1944, Zitat:
„Die Panzerfaust schussbereit lauern wir und verfolgen die Stahlkolosse…Gespannt sehen wir, wie ein Kamerad, die Panzerfaust in der Hand, und von Deckung zu Deckung springend, den Panzer ‚angeht’ wie ein Jäger das Wild …Eine riesige Stichflamme und der Koloß brennt lichterloh.“
Nach Redaktionswille müßte es lauten:
Unser "Krieg ist doff!"-Schild in der Hand lauern wir auf den Stahlkoloss... Gespannt sehen wir, wie ein Genosse, seine Friedenstaube in der Hand, und von Infostand zu Lichterkette springend, den Panzer "angeht" wie ein Greenpeace-Mitglied den Walfänger... Eine riesige Empörung macht sich im Panzer breit und der Koloss fährt wieder nach Hause.
Leute es geht ums Militär, nicht um Eure Zivitöpferkurse.
Doch bei der Truppe ist die Realität oft eine andere. Panzertruppenschule Munster. Auf dem Kasernengelände gibt es eigens einen Ehrenhain mit vielen Gedenksteinen für Wehrmachtsdivisionen. Dorthin pilgern Wehrmachtsveteranen – hofiert von der Bundeswehr.
Jetzt sind auch schon Gedenkveranstaltungen verabscheuungswürdig. Böse Nazitote und böser Nazivolksbund. Wer sich mal ein Bild von diesem Nazifaschistenauflauf machen will, allen voran Struck, darf hier nachsehen: Ehrenhain 2008
Laßt Euch von solch billiger Argumentation nicht verarschen. Klar gibt es den ein oder anderen Veteran, der seine Vergangenheit durch Schönfärberei aufarbeitet und auch in der Bundeswehr, als Querschnitt der Gesellschaft, wird man den ein oder anderen Rechten finden - wie leider überall. Übertragen auf ganze Gruppen, wie: Ritterkreuzträger, ehem. Waffen-SS-Mitglieder oder Wehrmachtsangehörige darf man das nicht. In meiner Zeit in Munster ist mir kein Rechter begegnet und auch den BDPi habe ich als sehr hilfreichen und in keinster Weise am Rechten Rand agierenden Verein kennengelernt.
Aktualisierung 08.05.2009: Es gibt einen zweiten Teil: Bundeswehr hofiert Ritterkreuzträger – Wehrmachtsveteran schreibt in „Wegweiser“ für Soldaten
Böser Ritterkreuzträger diesmal - Dietrich Witzel (Dietrich Kirn):
Witzel hatte sich freiwillig zu dieser Sondertruppe „Brandenburger“ gemeldet, und der Ritterkreuzträger ist bis heute stolz, dazu gehört zu haben. Von Kriegsverbrechen der Wehrmacht will er nichts wissen.
Was kommt als nächstes? Ritterkreuzträger infiltrieren Jurisdiktion (Walter Stimpel), Sportjournalismus (Herbert Zimmermann), Politik (Heye, Manteuffel, Mende, Wildermuth) und Botschaft Israels (Pauls)? Schmerz lass nach. In der Bundeswehr dienten über 700 Ritterkreuzträger und bauten sie mit auf, soll man das vergessen?
Geschrieben von Frank
in Geschichte
Tags für diesen Artikel: BDPi, Brandenburger, Bundeswehr, Ehrenhain, Heder, Munster, Ritterkreuz, Wehrmacht, Witzel
Mär 26: Das böse Deutschlandlied
Wieder eine Anfrage bei abgeordnetenwatch, diesmal an Klaus Ernst (Linke):
Oh Gott, die Schweine! Die stellen einfach das Deutschlandlied ein. War ja nur die Nationalhymne der BRD ab '52 und was daran schlimm ist, weiß sie mit ihrer antidemokratischen Blockwarthaltung sicher nicht. (PS.: mein Lieblingswort ist "Prophangada") Ernsts Antwort:
Wenigstens nicht ganz so merkbefreit...
Desweiteren wird bei www.youtube.de die deutsche Nationalhmyne in allen drei Strophen eingestellt.
Ich frage Sie, was kann man da tun? Es kann doch nicht sein, dass unsere Jugendliche nur noch solche Foren nutzen und dann auch noch ggf. rechtsextremer Prophangada oder Parteipolitik pur ausgesetzt sind. Ich denke das ist nicht objektiv. Was meinen Sie dazu?
[...]
Angelika Fuchs
Oh Gott, die Schweine! Die stellen einfach das Deutschlandlied ein. War ja nur die Nationalhymne der BRD ab '52 und was daran schlimm ist, weiß sie mit ihrer antidemokratischen Blockwarthaltung sicher nicht. (PS.: mein Lieblingswort ist "Prophangada") Ernsts Antwort:
Eine umfassende Zensur von Inhalten auf derartigen Plattformen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht, halte ich weder für sinnvoll noch für wünschenswert. Auch Verbote dürften im Internet wenig nutzen. Es kommt also alles darauf an, dass Jugendliche zu einer bewussten und kritischen Nutzung derartiger Plattformen erzogen werden.
Wenigstens nicht ganz so merkbefreit...
Mär 4: Deutsche Vertriebene aus Polen?
Der Streit um Frau Steinbach und die Stiftung "Flucht, Vertreibung und Versöhnung" bestimmt zur Zeit die Medien. Offensichtlich verspüren wieder viele den inneren Drang, eine Kerze für den Völkerfrieden anzünden bzw. sich zu diesem "wichtigen" Thema äußern zu müssen. Dabei treten allerlei Stilblüten zutage.
In der Pressemitteilung (PM Nr.028/09 vom 26.02.2009) der Grünen findet sich zB.:
Ein hehres Ziel, nur wie das Überdenken aussieht, ist kritikwürdig:
Deutsche die Polen verlassen mussten? Wer soll das sein? Die paar, die im Generalgouvernement siedelten? Die Antwort bei Abgeordnetenwatch erklärt es:
Also die Vorgeschichte ausblenden und deutsche Gebiete rückwirkend zu polnischen machen? Scheint so:
Deutsch in Anführungszeichen und Platz für Siedler schaffen... Prinzipiell müsste doch genug Platz dort gewesen sein, immerhin verließen 900.000 Deutsche zwischen 1918 und 1926 genau dieses "polnische" Gebiet. Je nach Region lebten diese Familien dort schon mehrere Hundert Jahre, andere kamen erst durch die preußische Germanisierung ab ca. 1871.
Selbstverständlich sind Gebietsrückforderungen nach 60 Jahren unsinnig, nur sollte man die Vorgeschichte nicht derart verkürzen, daß die Hauptaspekte des Konfliktes unter den Tisch fallen und Opfergruppen umdeklariert oder gar negiert werden. Die Geschichte dieser Regionen ist so vielschichtig und von so vielen Ereignissen und Völkern geprägt, daß eine Reduktion auf 39-45 dem nicht ansatzweise gerecht wird.
Andere Seiten greifen Frau Steinbach direkt an, gern auch unter der Gürtellinie:
In Rumia wußte man wirklich, was Vertreibung heißt, allerdings nicht erst ab 1938. Diese kleine meist von Kaschuben bewohnte Stadt gehörte fast 150 Jahre zu Preußen (vorher Preußen Königlichen Anteils, Pommerellen) und hieß Rahmel, als es 1920 von Polen annektiert wurde und die sogen. "kalte Vertreibung" der Deutschen begann. Wohnten im zugehörigen Landkreis Neustadt 1910 noch 24.528 Deutsche, so waren es schon 1921 nur noch 7.857.
Natürlich war Steinbachs Vater kein Besatzungssoldat, da Rahmel im Korridor lag und somit zu den reannektierten deutschen Gebieten gehörte und auch "gewaltsam eingedrungen" ist er nicht, da er als einfacher Luftwaffen-Feldwebel erst 1941 nach Rahmel kam. Der Nachweis seiner Teilnahme am Polenfeldzug fehlt. Es findet sich auch keine Quelle, inwiefern der Vater in die Judentransporte involviert war. Seine Zugehörigkeit zur Luftwaffe und die zahlreichen Luftwaffen-Verbände vor Ort lassen zumindest daran zweifeln.
Auch Frau Roths gestrige Antwort bei abgeordnetenwatch kopiert die hagalil-Aussagen:
Daß ein Feldwebel kein Offizier ist, sollte jedem klar sein und auf den Punkt "Besatzungssoldat" bin ich oben schon eingegangen. Aber wie sieht es mit der Anerkennung der Ostgrenze und der EU-Aufnahme Polens aus?
Sie sprach sich mitnichten gegen die Grenze, sondern nur gegen den Vertrag zwischen Polen und Deutschland (S. 4200 bzw. 126 im PDF, Bundestag 50. Sitzung vom 17.10.1991) aus:
Der Vertrag ging also nicht weit genug, da (mal wieder) nicht auf die Eigentumsverhältnisse von Privatvermögen eingegangen wurde:
Von Nichtanerkennung der Grenze steht dort nichts. Und wohin das Herumeiern der Regierung und das widersprüchliche Verhalten zwischen Politikern (keine Unterstützung von Klagen) und BVerfG (bitte in Polen klagen) führt, konnte man anhand des Theaters um die Preußische Treuhand GmbH sehen, die Frau Steinbach im Übrigen nicht unterstützte:
Bleibt die EU-Aufnahme Polens. Auch das findet sich leicht im DIP (S. 4640f bzw. S. 72f im PDF). Steinbachs Begründung:
Weiterhin:
Roth kritisiert also das Bestehen auf die Einhaltung der Menschenrechte. Wie Joschka Fischer dazu stand, kann man an den peinlichen Zwischenrufen erkennen.
Alles in allem sieht der Abschnitt "polnische Geschichte" im Geschichtsbuch einiger Steinbach-Gegner wie folgt aus:
Das ursprüngliche polnische Gebiet umfaßt das heutige Polen zusätzlich einiger weiterer Gebiete des heutigen Litauens, der Ukraine, Weißrußlands, der Slowakei, Tschechiens usw.. Gegen mehrere Angriffe umgebender Schurkenstaaten und diverse Aufteilungen und Besiedlungsversuche mußte sich Polen mehrfach (auch präventiv) zur Wehr setzen. Erst nach dem zweiten Weltkrieg gelang es, einen Großteil der Fremdbevölkerung auszuweisen und nahezu das gesamte Gebiet wiederherzustellen.
Aktualisierung 30.05.2009: Schwierige Nachbarn
So sah die Vertreibung der armen Hagalil-Polen und die Involvierung des Vaters in den Holocaust aus:
Klingt nach gestohlenem Luxusappartement.
Und da haben die dann ganz sicher die "Vertreibung von Polen und Juden aus ihrer Heimat in die Konzentrations- und Vernichtungslager" überwacht.
In der Pressemitteilung (PM Nr.028/09 vom 26.02.2009) der Grünen findet sich zB.:
Die Debatte der letzten Tage hat gezeigt, auf welch fragwürdiger Grundlage das Projekt einer Bundesstiftung 'Flucht, Vertreibung und Versöhnung' steht. Es muss insgesamt überdacht werden, wenn es wirklich der Versöhnung dienen und kein dauernder Streitpunkt mit Polen und anderen Nachbarländern werden soll.
Ein hehres Ziel, nur wie das Überdenken aussieht, ist kritikwürdig:
An die tragischen Schicksale von Deutschen, die Polen verlassen mussten, ist in Würde zu erinnern.
Deutsche die Polen verlassen mussten? Wer soll das sein? Die paar, die im Generalgouvernement siedelten? Die Antwort bei Abgeordnetenwatch erklärt es:
Die Formulierung, die Sie anführen, bezieht sich auf die Erinnerung an das Leid von Menschen, die in dem Gebiet gelebt haben, das heute das Staatsgebiet der Republik Polen ausmacht - unabhängig vom Verwaltungsstatus, den das Gebiet zu welchem Zeitpunkt auch immer einmal hatte. Die Formulierung will gerade keine revanchistischen Ansprüche aufmachen, sondern diese strikt zurückweisen.
Also die Vorgeschichte ausblenden und deutsche Gebiete rückwirkend zu polnischen machen? Scheint so:
Um noch ein Schlaglicht auf die Historie von Gebieten zu werfen, die von Ihnen als "deutsch" reklamiert werden und die von Hitlerdeutschland seinerzeit annektiert wurden, möchten wir aus einem Ausstellungstext der Deutschen Forschungsgemeinschaft zitieren: "So wurden zwischen 1940 und 1944 über 700.000 Deutsche in den vom Deutschen Reich annektierten Gebieten Westpreußen, "Warthegau" und Oberschlesien angesiedelt. Um für die deutschen Siedler Platz zu schaffen, wurden 800.000 nicht-jüdische Polen aus ihren Wohnorten vertrieben.
Deutsch in Anführungszeichen und Platz für Siedler schaffen... Prinzipiell müsste doch genug Platz dort gewesen sein, immerhin verließen 900.000 Deutsche zwischen 1918 und 1926 genau dieses "polnische" Gebiet. Je nach Region lebten diese Familien dort schon mehrere Hundert Jahre, andere kamen erst durch die preußische Germanisierung ab ca. 1871.
Wem es wirklich um Versöhnung und um die Erinnerung an menschliches Leid geht, der sollte klar und unmissverständlich die Grenzen der heutigen Republik Polen anerkennen.
Selbstverständlich sind Gebietsrückforderungen nach 60 Jahren unsinnig, nur sollte man die Vorgeschichte nicht derart verkürzen, daß die Hauptaspekte des Konfliktes unter den Tisch fallen und Opfergruppen umdeklariert oder gar negiert werden. Die Geschichte dieser Regionen ist so vielschichtig und von so vielen Ereignissen und Völkern geprägt, daß eine Reduktion auf 39-45 dem nicht ansatzweise gerecht wird.
Andere Seiten greifen Frau Steinbach direkt an, gern auch unter der Gürtellinie:
Erikas Eltern waren keine Heimatvertriebenen, sondern Menschen, die zurück in ihre Heimat vertrieben wurden. Zurück von dem Standort, an dem der Vater für Deutschland Wache hielt. In Rumia wusste man allerdings schon lange vor der Stationierung des Vaters, was Vertreibung heißt. In der Nähe gab es ein Sammellager für Juden, die 1938 aus Deutschland vertrieben worden waren. Später als Besatzungssoldat hatte der Vater darüber zu wachen, dass die Vertreibung von Polen und Juden aus ihrer Heimat in die Konzentrations- und Vernichtungslager reibungslos ablief. Weil dieser Vater als Besatzungssoldat aus Polen vertrieben wurde, in das er ohne Erlaubnis, vielmehr gewaltsam eingedrungen war, darf heute die damals zweijährige Erika Anführerin aller vertriebenen Deutschen sein.
In Rumia wußte man wirklich, was Vertreibung heißt, allerdings nicht erst ab 1938. Diese kleine meist von Kaschuben bewohnte Stadt gehörte fast 150 Jahre zu Preußen (vorher Preußen Königlichen Anteils, Pommerellen) und hieß Rahmel, als es 1920 von Polen annektiert wurde und die sogen. "kalte Vertreibung" der Deutschen begann. Wohnten im zugehörigen Landkreis Neustadt 1910 noch 24.528 Deutsche, so waren es schon 1921 nur noch 7.857.
Natürlich war Steinbachs Vater kein Besatzungssoldat, da Rahmel im Korridor lag und somit zu den reannektierten deutschen Gebieten gehörte und auch "gewaltsam eingedrungen" ist er nicht, da er als einfacher Luftwaffen-Feldwebel erst 1941 nach Rahmel kam. Der Nachweis seiner Teilnahme am Polenfeldzug fehlt. Es findet sich auch keine Quelle, inwiefern der Vater in die Judentransporte involviert war. Seine Zugehörigkeit zur Luftwaffe und die zahlreichen Luftwaffen-Verbände vor Ort lassen zumindest daran zweifeln.
Auch Frau Roths gestrige Antwort bei abgeordnetenwatch kopiert die hagalil-Aussagen:
Für ihn und für viele Menschen in Polen und anderswo ist es irritierend und stößt auf emotionale Ablehnung, dass Frau Steinbach, geboren als Tochter eines deutschen Luftwaffenoffiziers,, der im 2. Weltkrieg als Besatzungssoldat nach Polen kam, jetzt als Präsidentin des Vertriebenenbunds fungiert. Sie stimmte zudem gegen die Anerkennung der polnischen Westgrenze und die Aufnahme Polens in die EU.
Daß ein Feldwebel kein Offizier ist, sollte jedem klar sein und auf den Punkt "Besatzungssoldat" bin ich oben schon eingegangen. Aber wie sieht es mit der Anerkennung der Ostgrenze und der EU-Aufnahme Polens aus?
Sie sprach sich mitnichten gegen die Grenze, sondern nur gegen den Vertrag zwischen Polen und Deutschland (S. 4200 bzw. 126 im PDF, Bundestag 50. Sitzung vom 17.10.1991) aus:
Dem Vertrag über die Bestätigung der bestehenden Grenze können wir nicht zustimmen, da wir uns, ausgehend von der Geschichte, der Rechtslage und im Hinblick auf den Grenzen überwindenden europäischen Einigungsprozeß, im Vorfeld des Vertrages gegen eine isolierte deutsch-polnische Grenzregelung gewandt und für eine in die Zukunft gerichtete Lösung aller offenen deutsch-polnischen Fragen eingesetzt haben.
Der Vertrag ging also nicht weit genug, da (mal wieder) nicht auf die Eigentumsverhältnisse von Privatvermögen eingegangen wurde:
... durch den Vertrag offen gebliebenen Eigentums- und Vermögensfragen
Von Nichtanerkennung der Grenze steht dort nichts. Und wohin das Herumeiern der Regierung und das widersprüchliche Verhalten zwischen Politikern (keine Unterstützung von Klagen) und BVerfG (bitte in Polen klagen) führt, konnte man anhand des Theaters um die Preußische Treuhand GmbH sehen, die Frau Steinbach im Übrigen nicht unterstützte:
Auch die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, distanzierte sich klar von den Aktivitäten der Treuhand, deren Aufsichtsrat Rudi Pawelka Vorsitzender der Landsmannschaft Schlesien ist. „Das Präsidium des Bundes der Vertrieben hat mehrfach deutlich gemacht, daß wir den Weg nicht unterstützen“, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete am Samstag in Berlin.
Bleibt die EU-Aufnahme Polens. Auch das findet sich leicht im DIP (S. 4640f bzw. S. 72f im PDF). Steinbachs Begründung:
Ich stelle fest, dass nicht alle Beitrittsländer die Menschenrechtsnormen erfüllt haben. Nach wie vor gibt es in vier Ländern Vertreibungs- und Entrechtungsgesetze, deren Auswirkungen bis zum heutigen Tage – es gibt aktuelle Urteile – zu spüren sind. Diese Gesetze widersprechen den Menschenrechten, dem Völkerrecht und den Kriterien von Kopenhagen. Die Europäische Kommission hat in ihren Beitrittsberichten bewusst darüber hinweggesehen. Die Bundesregierung hat dem leider nicht entgegengewirkt, sondern diese Haltung sogar noch gestützt. Das ist fahrlässig.
Weiterhin:
Da wir heute mit nur einem einzigen Votum über alle Beitrittskandidaten, auch über die nicht davon betroffenen Länder beschließen, werde ich der Vorlage mit diesem eben angebrachten Vorbehalt zustimmen.
Roth kritisiert also das Bestehen auf die Einhaltung der Menschenrechte. Wie Joschka Fischer dazu stand, kann man an den peinlichen Zwischenrufen erkennen.
Alles in allem sieht der Abschnitt "polnische Geschichte" im Geschichtsbuch einiger Steinbach-Gegner wie folgt aus:
Das ursprüngliche polnische Gebiet umfaßt das heutige Polen zusätzlich einiger weiterer Gebiete des heutigen Litauens, der Ukraine, Weißrußlands, der Slowakei, Tschechiens usw.. Gegen mehrere Angriffe umgebender Schurkenstaaten und diverse Aufteilungen und Besiedlungsversuche mußte sich Polen mehrfach (auch präventiv) zur Wehr setzen. Erst nach dem zweiten Weltkrieg gelang es, einen Großteil der Fremdbevölkerung auszuweisen und nahezu das gesamte Gebiet wiederherzustellen.
Aktualisierung 30.05.2009: Schwierige Nachbarn
So sah die Vertreibung der armen Hagalil-Polen und die Involvierung des Vaters in den Holocaust aus:
"Hier auf der rechten Seite haben die Hermanns gewohnt." sagt Dawidowska. Und deutet nach rechts auf einen Flachbau, mit zwei großen Metalltoren. Von den Hermanns hat ihr Vater viel erzählt. Eine deutsche Soldatenfamilie, nach dem Nazi-Überfall auf Polen nach Rumia abkommandiert, was bei den Nationalsozialisten fortan Rahmel hieß. Hildegarda lebte mit ihren Eltern hier im Haus. Die Hermanns im kleinen Nebengebäude. "Meine Mutter sagte damals zu mir, dass da drüben ein Kind zur Welt kommen sollte. Und das es besser wäre, wenn das Kind in unserem Zimmer zur Welt käme. Es ist dann bei uns geboren worden. Danach ist Frau Hermann mit dem Kind nachhause gegangen."
Klingt nach gestohlenem Luxusappartement.
Von Rumia geht es Richtung Reda. [...] "Dort war früher der Flugplatz", sagt die Rentnerin, "Dort haben die Hermanns gearbeitet."
Und da haben die dann ganz sicher die "Vertreibung von Polen und Juden aus ihrer Heimat in die Konzentrations- und Vernichtungslager" überwacht.
Feb 4: 13. Februar: Aufruf zu gemeinsamem Gedenken
Aufruf zu gemeinsamem Gedenken
Die rechts- und linksextremen Spinner nerven schon jedes Jahr, aber dieses Gefasel von "Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft" noch mehr. Die Briten haben die unterschiedslose Bombardierung erfunden und lange vor dem 2. WK in ihren Kolonien erprobt. Sie haben auch im 2. Weltkrieg als erste auf diese Taktik zurückgegriffen. Das war nicht Adolfs krude Idee, sondern eine Perversität der Briten gerichtet gegen die deutsche Zivilbevölkerung und genau als das muß man die Bombardierung Dresdens werten. Da gibt es kein Fingerzeigen auf parallele Verbrechen der Nationalsozialisten. Schlimm genug, daß auf dem Heidefriedhof die Gedenkstelen Massenmord (zB. Auschwitz) mit völkerrechtlich legitimen Angriffen (zB. Coventry, Rotterdam) gleichsetzen und in Lokalzeitschriften immer auf die Bombardierung Londons hingewiesen wird. Klar wurde London bombardiert, aber vor London kam Berlin. In meinen Augen ist das eine geschmacklose Legitimation im Nachhinein und genau deswegen werden sich die Dresdner auch dieses Jahr zurückhalten, wenn statt stiller Trauer wieder bunte Fähnchen, Rechtfertigung und lautes Gebrüll gegen herangekarrte Rechtsextreme angesagt sind.
Aktualisierung 19.02.2009: Dresden: Die LGN-Redaktion führte ein Interview mit einem GEH-DENKEN Teilnehmer
Woran könnte das wohl liegen?
Klingt nicht nach Trauerfeier.
Schon komisch dieses Geh-Denken-Typen. Schenken den Nazis alle Aufmerksamkeit der Welt, animieren geradezu zum Wiederkommen und wundern sich, wenn die es auch tun? Bessere Werbung geht gar nicht. Klar kann man 100 Busse Fremde herankarren und lustig 10 Straßen entfernt von den Rechten gegen eine zugelassene Demo feiern und Demokrat spielen, aber sich dann auch noch zu wundern, daß die Dresdner nicht mitmachen wollen, ist so naiv, daß es schon weh tut.
Vertreter aus Kirche, Kultur, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürger haben zum gemeinsamen Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar aufgerufen. Unter dem Motto „wahrhaftig erinnern - versöhnt leben“ soll an der Frauenkirche der Bombardierung Dresdens gedacht, zu Versöhnung gemahnt und ein Zeichen gegen die Instrumentalisierung der Ereignisse durch Neonazis gesetzt werden, sagte der Bischof der evangelischen Landeskirche Sachsen, Jochen Bohl, am Mittwoch in Dresden. [...]
„Wahrhaftig bedeutet, die Bombardierung Dresdens im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu sehen“, sagte der Landesbischof. Er erinnerte an die Vernichtung zahlreicher Synagogen 1938 und an 1939, als Deutschland einen Krieg begann, „der nie gekanntes Leid über die Völker Europas brachte“. Es gelte, sich gegen ideologische Vereinnahmung und Verfälschung dieser Ereignisse zu wenden.
Die rechts- und linksextremen Spinner nerven schon jedes Jahr, aber dieses Gefasel von "Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft" noch mehr. Die Briten haben die unterschiedslose Bombardierung erfunden und lange vor dem 2. WK in ihren Kolonien erprobt. Sie haben auch im 2. Weltkrieg als erste auf diese Taktik zurückgegriffen. Das war nicht Adolfs krude Idee, sondern eine Perversität der Briten gerichtet gegen die deutsche Zivilbevölkerung und genau als das muß man die Bombardierung Dresdens werten. Da gibt es kein Fingerzeigen auf parallele Verbrechen der Nationalsozialisten. Schlimm genug, daß auf dem Heidefriedhof die Gedenkstelen Massenmord (zB. Auschwitz) mit völkerrechtlich legitimen Angriffen (zB. Coventry, Rotterdam) gleichsetzen und in Lokalzeitschriften immer auf die Bombardierung Londons hingewiesen wird. Klar wurde London bombardiert, aber vor London kam Berlin. In meinen Augen ist das eine geschmacklose Legitimation im Nachhinein und genau deswegen werden sich die Dresdner auch dieses Jahr zurückhalten, wenn statt stiller Trauer wieder bunte Fähnchen, Rechtfertigung und lautes Gebrüll gegen herangekarrte Rechtsextreme angesagt sind.
Aktualisierung 19.02.2009: Dresden: Die LGN-Redaktion führte ein Interview mit einem GEH-DENKEN Teilnehmer
Es ist schlimm, dass viele einfach nur passiv zuschauen und die meisten Dresdner nicht da waren. Ich mein, wenn 100 Busse aus ganz Deutschland kommen und nur 9000 Leute (Theaterplatz) auf der Demo sind, ist der Anteil der Dresdener erschreckend gering. Das ist einfach nur schade!
Woran könnte das wohl liegen?
Ich denke es war durchaus ein Erfolg, allein weil viel mehr Menschen als in den letzten Jahren auf der Demo waren. Es war eine bunte Veranstaltung, auf der viele Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen gemeinsam gegen Rechts demonstriert haben und es einfach ein sensationelles Bild war, die vielen bunten, witzigen, kreativen Banner und Aktionen der Teilnehmer zu beobachten. Das war sehr positiv!
Klingt nicht nach Trauerfeier.
Schon komisch dieses Geh-Denken-Typen. Schenken den Nazis alle Aufmerksamkeit der Welt, animieren geradezu zum Wiederkommen und wundern sich, wenn die es auch tun? Bessere Werbung geht gar nicht. Klar kann man 100 Busse Fremde herankarren und lustig 10 Straßen entfernt von den Rechten gegen eine zugelassene Demo feiern und Demokrat spielen, aber sich dann auch noch zu wundern, daß die Dresdner nicht mitmachen wollen, ist so naiv, daß es schon weh tut.
Nov 5: SS-Schleife auf Blumenkranz am Friedhof
SS-Schleife auf Blumenkranz am Friedhof
SS = Waffen-SS, Waffen-SS = Elite, Kranz ohne Runen trotzdem verboten - welch undifferenzierte strunzdumme "Zivilcourage".
Am vergangenen Wochenende haben Unbekannte beim Kriegerdenkmal des Stadtfriedhofs St. Martin einen Kranz für verstorbene „Kameraden der Waffen-SS“ abgelegt. Nun ermittelt die Kriminalpolizei.
[...]
„Wir wollen keine Schleifen für SS-Kameraden“, sagt Friedrich Schuster, Landesgeschäftsführer des Schwarzen Kreuzes. Man müsse aber unterscheiden: „Es hat bei der SS Elite-Kampftruppen gegeben, die nichts mit der KZ-Aufsicht zu tun gehabt haben.“ „Auf diese Diskussion will ich mich gar nicht einlassen“, sagte dazu Jochen Wollner.
SS = Waffen-SS, Waffen-SS = Elite, Kranz ohne Runen trotzdem verboten - welch undifferenzierte strunzdumme "Zivilcourage".
Geschrieben von Frank
in Geschichte
Mär 17: Horst Rippert und das Ritterkreuz
„Ich bedauere es zutiefst, den verehrten Autor getötet zu haben“
Das Ritterkreuz hat er dann aber gefunden, verliehen wurde es ihm nie.
Befördert schon, aber das wurde nicht mehr bestätigt. Offiziell ist er also noch Feldwebel.
Wie viele Abschüsse hatten Sie?
28. Ich habe das Ritterkreuz und das Deutsche Kreuz.
Das Ritterkreuz hat er dann aber gefunden, verliehen wurde es ihm nie.
Sind Sie dann noch befördert worden?
Ja, am Ende war ich Leutnant.
Befördert schon, aber das wurde nicht mehr bestätigt. Offiziell ist er also noch Feldwebel.
Geschrieben von Frank
in Geschichte
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